Dutch Masters - Sylvia Sommerfeld

Vorab, um alle zu warnen, die Lobhudeleien nicht mögen, auch, wenn sie ehrlich gemeint sind … Für mich verkörpert diese CD eine Sternstunde der Elektronischen Musik. Sie ist bis dato durch Nichts zu toppen! Dutch Masters - schon der Titel klingt für mich doppeldeutig; denn das Album ist ein wirkliches Meisterstück der niederländischen Musiker. Jeder einzelne hat sich mit dieser Platte den Titel eines Dutch Masters mehr als verdient. - Ob diese Doppeldeutigkeit nicht vielleicht so gewollt ist, entzieht sich meiner Kenntnis, denn das Konzept von „Producer“ Michel van Osenbruggen sah vor, dass holländische Musiker ein Gemälde von flämischen Malern vertonen sollten, also von den Dutch Masters …

Nur ein Schelm könnte jetzt denken, dass wir mit schallwende bei unsrer „schallplatte 13“ (Konzeptalbum: Vertonung eines Buches) einfach auf denselben Zug aufgestiegen sind, doch mit Nichten! Ich nehme an, Michel und wir hatten nur ungefähr zur gleichen Zeit einen ähnlichen Gedanken. Keiner wusste ja vom Anderen - das möchte ich hier ausdrücklich betonen! Die musikalischen Meister auf diesem digitalen Meilenstein der Elektronischen Musik heißen: Synth.NL; Remy; Gert Emmens; Eric van der Heijden; Void; René Splinter; Bas Broekhuis; Ron Boots; René van der Wouden und Meesha. Auf „Dutch Masters“ wurden u.a. Rembrandts „Nachtwache“ und Hieronymus Boschs „Garten der Lüste“ ebenso vertont, wie Pieter Breugels „Turm zu Babel“, Vincent van Goghs „Sternennacht über der Rhône“ oder M.C. Eschers „Wasserfall“ - um nur mal die bei uns in Deutschland bekanntesten Maler und ihre Gemälde zu nennen. Schön, dass wir aber durch diese Compilation auch noch auf andere - hier unbekanntere - flämische Maler gestoßen werden, wie z.B. Anton Pieck, Maerten de Vos oder Carel Willink. Musikalisch klingen die „Dutch Masters (of EM)“ so hochwertig und abwechslungsreich, wie noch keine Platte vorher. Sie sind so vielfältig, bunt und variantenreich, wie die Gemälde der flämischen „Götter der Malerei“, die sie hier noch einmal musikalisch in Szene setzen.

Meiner Meinung nach hat hier jeder derMusiker wirklich das Beste aus sich herausgekitzelt. Super! Nur die Musik von René van der Wouden hier auf diesem Album überzeugt mich leider nicht ganz. Sie kommt im Gegensatz zu den anderen Titeln etwas langatmiger und nicht so spritzig daher, was aber dem Hörgenuss nicht wirklich schadet. Doch auch das ist ja wieder Geschmacksache, wie die Kunst im Allgemeinen. Ansonsten fällt es mir sehr schwer, irgendeinen „Dutch Master“ herauszuheben, allerdings kann ich meine Affinität hin zur Musik von Eric van der Heijden, René Splinter und Ron Boots auch hier nicht verbergen … Noch kurz etwas zum Cover: auch das ist wahrhaft meisterlich! Die Nachtwache u.a. vereint mit dem Garten der Lüste und dem Turm zu Babel - klasse gemacht! Und auf Seite vier dann noch van Gogh … Die beiden Innenseiten werden von den Gemälden Anton Piecks, M.C. Eschers und Victory Boogie Woogie - back to Square One - in Schwarz-weiß Abbildungen verziert und die Inspirationen der Musiker als Text zum Gemälde dazugeschrieben. Die Rückseite gehört dann ganz dem Zeppelin. Auch das Cover ist gut auf einander abgestimmt und rundet das holländische Meisterwerk bestens ab.

Epilog Wie im Prolog bereits erwähnt, sind die „Dutch Masters“ nun für mich das Non-Plus-Ultra in der Elektronischen Musik. Sie müssen sich diesen Platz allerdings mit Brainworks „Musical Clock“ teilen … Ich bin dankbar, diese musikalischen Meisterwerke besitzen zu dürfen. Sylvia Sommerfeld (President Schallwende)

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